BEGEISTERTER FÖRDERER DER ARCHÄOLOGIE KARL EGON II. FÜRST ZU FÜRSTENBERG

Karl Egon II. Fürst zu Fürstenberg (1796–1854) war der Erbe eines Landes und im Alter von acht Jahren der letzte souveräne Fürst zu Fürstenberg. Er begeisterte sich für Kunst und Geschichte ‒ und sorgte dafür, dass die Badruine in Hüfingen ausgegraben und gesichert wurde.

Porträt von Karl Egon II. Fürst zu Fürstenberg, Ferdinand Bahmann, 1829‒1840

Ein Mann mit vielen Leidenschaften: Karl Egon II. Fürst zu Fürstenberg.

WOFÜR INTERESSIERTE SICH DER FÜRST?

Karl Egon II. Fürst zu Fürstenberg war ein außergewöhnlicher Mann mit vielen Interessen. Schon seine Zeitgenossen urteilten: Er ergreife „jede Gelegenheit mit warmer Liebe und Freude … die Kenntniß des Vaterlandes, sowie überhaupt jedes Gute zu befördern“. Der Fürst förderte Kunst, Kultur und Wissenschaft. Seine Leidenschaft galt der Geschichte und Archäologie. 1845 war er Gründungsmitglied des „Alterthumsvereines“ in Baden. Sein besonderes Augenmerk lag auf der Badruine Hüfingen.

Innenansicht der römischen Badruine Hüfingen mit Überdachung

Karl finanzierte den Schutzbau selbst.

Was genau ist seine Rolle bei der Hüfinger Ausgrabung?

1820 entdeckte ein Forscher, dass das antike „Brigobannis“ mit dem heutigen Hüfingen identisch war. Karl Egon war Feuer und Flamme: Der kunstinteressierte Fürst machte sich für die Ausgrabung der Überreste stark – und zahlte das Vorhaben aus eigener Tasche. Die Arbeiten legten die Ruine eines römischen Bades frei. Zum Schutz des spektakulären Fundes finanzierte der Fürst einen der ersten musealen Schutzbauten Deutschlands. Dieser steht, wie die Badruine selbst, heute unter Denkmalschutz.

WELCHE VERDIENSTE SIND IHM ZUZUSCHREIBEN?

Karl Egon zu Fürstenberg wurde Mitglied der Ersten Kammer der badischen Ständeversammlung und war deren erster Vizepräsident. Er hatte wesentlich Anteil daran, dass das liberale badische Pressegesetz zustande kam. In diesem Gesetz wurde schon sehr früh zumindest teilweise die Zensur abgeschafft. Er förderte Kunst und Kultur und holte bedeutende Musiker an seine Residenz in Donaueschingen. Die Hofbibliothek machte er zu einer Sammlung kostbarer alter Bücher ‒ und öffnete sie für das Publikum.

Schloss der Fürsten zu Fürstenberg, Donaueschingen, von der Gartenseite

Karl Egon II. wohnte im Fürstlich Fürstenbergischen Schloss in Donaueschingen.

AUS WELCHER FAMILIE STAMMTE ER?

Karl Egons Eltern waren Fürst Karl Aloys zu Fürstenberg und Prinzessin Elisabeth von Thurn und Taxis. Sein Vater war General im österreichischen Heer. Geschwister hatte er keine. Im Alter von sieben Jahren erbte Karl Egon durch mehrere Todesfälle fast alle Besitzungen des Hauses Fürstenberg. Seine Mutter und ein entfernter Onkel übernahmen für den Minderjährigen die Regierungsgeschäfte. Karl Egon sollte jedoch nie zum Herrscher werden – die großen Umwälzungen der Zeit verhinderten dies.

Gemälde des Fürstenbergs in der Baar, Aquatinta um 1839

Der Fürstenberg in der Baar.

WIESO WURDE KARL EGON II. KEIN HERRSCHER?

Das Fürstentum Fürstenberg wurde 1806 in der sogenannten Mediatisierung aufgelöst. Dabei wurden kleinere Territorien aufgehoben und den benachbarten größeren Landesherren zugeschlagen. Fürstenberg fiel an Württemberg, Hohenzollern-Sigmaringen und Baden. Karl Egons Mutter kämpfte vergeblich dagegen. Schließlich gab sie ihrem Sohn den Rat, sein Schicksal mit Würde zu tragen. Karl Egon wurde mit seiner Volljährigkeit 1817 daher kein Herrscher, sondern „nur“ Standesherr und Besitzer großer Güter.

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