Antike BAdekultur nördlich der Alpen

Römische Badruine Hüfingen

Römisch-mediterranes nördlich der Alpen

Kultur in der Provinz

Die Römer wollten auch nördlich der Alpen nicht auf einen römisch-mediterranen Lebensstil verzichten. Dazu gehörte das tägliche Bad genauso wie besondere Lebensmittel. Auf den schnell wachsenden Handelswegen transportierte man Olivenöl, Wein, Fischsauce und sogar Austern.

Innenansicht römische Badruinen Hüfingen; Foto: Staatsanzeiger für Baden-Württemberg, Anja Stangl.

Thermen waren ein Ort für gesellige Stunden.

Bäder als gesellschaftliches Zentrum

Römische Bäder waren nicht nur ein Ort der Hygiene und Entspannung, sondern auch ein beliebter sozialer Treffpunkt: Es gab Wasch-, Gymnastik- und Spielbereiche für Ballspiele. In großen Thermenanlagen gab es sogar Museen oder Bibliotheken. Fürs leibliche Wohl nach dem Bad sorgten fliegende Händler, die Speisen aus Warmhaltekesseln feilboten oder Tavernen, die in der Nähe der Bäder standen. Hier konnten viele Einwohner, die keinen eigenen Herd hatten, eine warme Mahlzeit zu sich zu nehmen.

Fresko aus Herculaneum; Foto: Wikimedia commons, gemeinfrei.

Die Römer aßen am Abend besonders üppig.

Nach dem Baden wurde gegessen

Die Hauptmahlzeit in der römischen Antike war das Abendessen, das nach dem Thermenbesuch eingenommen wurde. Es bestand aus drei Gängen. Der erste Gang ist mit einem italienischen Antipasti-Teller vergleichbar: Man reichte Käse, Meeresfrüchte, Oliven und Wurst, dazu eingelegtes Gemüse. Der Hauptgang bestand aus mehreren Gerichten, die in verschiedene Soßen gedippt wurden, darunter Fleisch, Fisch und Gemüse. Zum Nachtisch gab es je nach Saison frisches oder getrocknetes Obst, Nüsse und süßes Gebäck.

Bei der vermögenden Schicht standen exklusive und weit gereiste Produkte auf dem Speiseplan.

Spaghetti ohne Tomatensoße

Vergleicht man die römische Küche mit der heutigen, fehlen einige Zutaten: Tomate, Kartoffel, Zucchini und andere Gemüse landeten erst mit der Entdeckung Amerikas in europäischen Töpfen. Der Fernhandel brachte exotische Gewürze in die Nordprovinzen. Wein und die typisch salzige Fischsoße fanden in Amphoren abgefüllt ihren Weg. Wer es sich leisten konnte, verwendete importiertes Olivenöl. Die Lebenswirklichkeit für den größten Teil der Bewohner des Imperiums war aber eine andere: Getreide und Hülsenfrüchte bildeten die Ernährungsgrundlage.

TIPP

Beim Hüfinger Römerfest am ersten September-Wochenende wird Geschichte zum Erlebnis: Tauchen Sie bei spannenden Mitmachaktionen ein in die Welt der Römer.

www.huefingen.de