GEBADET UND GESALBT DER RÖMISCHE KÖRPERKULT

Was macht einen Menschen attraktiv? Davon hatten die alten Römer klare Vorstellungen – schon in der Antike entwickelten sich ein Schönheitsideal für Männer und Frauen. In Thermen wie in Hüfingen kümmerten sie sich um ihr Äußeres. Um besonders attraktiv zu sein, nutzten sie ausgefeilte Mittel und Tricks.

Römische Badruine Hüfingen, Ausgrabung

Die Römer verbrachten viel Zeit in Thermen.

HYGIENE UND GESUNDHEIT

Thermen und Bäder wie in Hüfingen waren ein fester Bestandteil römischer Kultur. Schon damals erkannte man das Zusammenspiel von Sauberkeit, Reinheit, Gesundheit und Attraktivität: Wer begehrenswert sein wollte, der reinigte und pflegte sich bei angenehm warmen Temperaturen ‒ mit Essenzen, Ölen und Pomaden. Für einen angenehmen Atem griff der bewusste Römer auf Pastillen oder Butter zurück. Seine Ohren reinigte er mit einem Löffel, pulverisierter Bimsstein hielt die Zähne sauber.

Römische Badruine Hüfingen, Ausgrabung

Körperhygiene war den Römern wichtig – und nahm viel Zeit in Anspruch.

FRUCHTBAR UND GESUND

Beide Geschlechter folgten einem Schönheitsideal. Für Frauen war ein birnenförmiger Körper das Maß der Dinge: Männer fanden breite Hüften, ein voluminöses Gesäß und eher kleine Brüste attraktiv. Das weibliche Körperideal stand für Fruchtbarkeit und Gesundheit. Um schön und gepflegt zu sein, nutzten die Römerinnen Olivenöl: Es machte ihre Haut weich und geschmeidig. Falten und Pigmentstörungen bekämpften sie mit Bimsstein oder feuchtem Brotteig.

Römische Badruine Hüfingen, Ausrüstung eines römischen Legionärs

Die römischen Legionen verbreiteten ihre Kultur in Europa.

ANTIKES MAKE-UP

Für ihr Äußeres nutzten römische Frauen kosmetische Hilfsmittel: Mit aufgeweichtem Bohnenmehl verdeckten sie Hautfalten – gaben sie zerriebene Schnecken hinzu, wurde die Haut gleich noch zart und weiß. Alternativ verwendeten sie Kalk oder Bleiweiß für einen hellen Teint. Purpurissum, eine Mischung aus Purpursaft und Silberkreide, nutzten sie als Rouge. Augenbrauen und Wimpern wurden geschwärzt. Ihre Haare pflegten sie gerne und oft: Elegante und aufwendige Frisuren zeigten ihre soziale Stellung.

ATHLETISCH UND REIN

Ein Mann galt als attraktiv, wenn er saubere, kurze Nägel und, zumeist, ein rasiertes Gesicht hatte. Mit Schönheitspflastern aus dünnem Leder versteckte er seine Narben. Ein trainierter Körperbau galt als begehrenswert. Mosaike, Statuen und Muskelpanzer aus dem antiken Rom geben einen Eindruck vom „idealen“ Männerkörper wider. In der Hüfinger Therme badeten nicht nur Kämpfer, sondern auch Siedlungsbewohner. Ungepflegte und schmutzige Personen waren den Römern unangenehm, schwarze Zähne widerlich.

Muskulös und gestählt: Gladiatoren im Kampf.

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