Karl Egon II. zu Fürstenberg, Denkmal in Heiligenberg

Junger Fürst mit vielen Interessen

Persönlichkeit: Karl Egon II. zu Fürstenberg

Karl Egon II. Fürst zu Fürstenberg (1796–1854) war der Erbe eines Landes und im Alter von acht Jahren der letzte souveräne Fürst zu Fürstenberg. Er war an Kunst und Geschichte interessiert und sorgte dafür, dass die Badruine in Hüfingen ausgegraben und gesichert wurde.

Schloss der Fürsten zu Fürstenberg, Donaueschingen, von der Gartenseite; Foto: Sandra Eberle

Ein prächtiges Schloss für einen jungen Fürstensohn.

Aus welcher Familie stammte er?

Karl Egons Eltern waren Fürst Karl Aloys zu Fürstenberg und Prinzessin Elisabeth von Thurn und Taxis. Sein Vater war General im österreichischen Heer. Geschwister hatte er keine. Da alle männlichen Verwandten gestorben waren, erbte Karl Egon im Alter von acht Jahren fast alle Besitzungen des Hauses Fürstenberg. Allerdings war er nur noch zwei Jahre lang der Herrscher eines eigenständigen Landes.

Gemälde des Fürstenbergs in der Baar, Aquatinta um 1839

Der Fürstenberg in der Baar.

Wieso wurde Karl Egon II. kein Herrscher?

Nach dem Tod des Vaters im Jahr 1804 übernahmen die Mutter und ein Onkel die Vormundschaft und zugleich die Regierung im Fürstentum Fürstenberg. 1806 wurde das Fürstentum in der sogenannten Mediatisierung aufgelöst und anderen Landesherren, als Entschädigung für deren Verluste an Napoleon, unterstellt. Fürstenberg ging, wie alle Territorien in Süddeutschland, an Baden, Württemberg und Hohenzollern-Sigmaringen. Als Karl Egon volljährig war, wurde er daher nicht mehr der Herrscher seines Landes.

Welche Verdienste sind ihm zuzuschreiben?

Karl Egon zu Fürstenberg wurde Mitglied der Ersten Kammer der badischen Ständeversammlung und war deren erster Vizepräsident. Er hatte wesentlich Anteil daran, dass das liberale badische Pressegesetz zustande kam. In diesem Gesetz wurde schon sehr früh zumindest teilweise die Zensur abgeschafft. Er förderte Kunst und Kultur und holte bedeutende Musiker an seine Residenz in Donaueschingen. Die Hofbibliothek öffnete er für das Publikum – und machte sie zu einer Sammlung kostbarer alter Bücher.

Innenansicht der römischen Badruine Hüfingen mit Überdachung

Karl finanzierte den Schutzbau aus eigener Tasche.

Was genau ist seine Rolle bei der Hüfinger Ausgrabung?

Sobald die Forscher herausgefunden hatten, dass Hüfingen und das antike Brigobannis identisch waren, ließ der kunstinteressierte Fürst Karl Egon mit Ausgrabungen beginnen. Karl Egon war damals schon längst nicht mehr Landesherr; er finanzierte daher die Ausgrabungen im Jahr 1820 als Privatperson. Seinem Geld ist es auch zu verdanken, dass die freigelegte Römerbadruine schon 1821 mit einem der ersten Museumsschutzbauten in Deutschland versehen wurde.

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