Antike BAdekultur nördlich der Alpen

Römische Badruine Hüfingen

Eindrucksvolle Konstruktion

Der Schutzbau

Riesengroß ist der Schutzbau über der Ausgrabung. Im Inneren zeigt sich die erstaunliche Konstruktion der Zimmerleute des 19. Jahrhunderts: Sie mussten das weit gespannte Dach mit nur wenigen Stützen im Gelände aufrichten. Heute gilt der Schutzbau selbst als Denkmal.

Frontansicht der römischen Badruine Hüfingen; Foto: Stadtverwaltung Hüfingen

Fürst Karl Egon ließ den Schutzbau errichten.

Wie eine Scheune der Baar

Fürst Karl Egon II. zu Fürstenberg veranlasste 1820 die Ausgrabungen in Hüfingen. Doch freigelegt waren die antiken Ruinen stark gefährdet. Das war dem Fürsten wohl bewusst, so dass er sich ein Jahr später dazu entschloss, die große Ausgrabung durch ein Dach zu sichern. Dafür konnte er auf eine regionale Bautechnik zurückgreifen: Er ließ den Schutzbau nach dem Vorbild der großen Scheunen errichten, wie sie typisch für die Baar, die Landschaft zwischen Schwarzwald und Alb, waren.

Regionale Zimmermannstechnik

Der Eindruck beim Betreten des Schutzbaus ist gewaltig. Das liegt an der schieren Größe der offenen Dachkonstruktion, aber auch daran, dass der ganze Dachstuhl frei liegt und nicht von Wänden, Böden oder Einbauten verdeckt wird. So kann man ihn in voller Größe bestaunen. Das Schutzdach ist also nicht nur ein Zeugnis für das früh einsetzende Interesse an der antiken Badruine, sondern auch ein Monument für die großartige Handwerkstechnik des 19. Jahrhunderts. 

Ein Meisterwerk: Die gelungene Schutzkonstruktion aus dem 19. Jahrhundert sorgt für weite Einblicke in die Badruine.

Blick auf einen Besucherlaufsteg der römischen Badruine Hüfingen mit Modell eines römischen Soldaten; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Achim Mende

Überraschende Begegnung auf dem Besuchersteg.

Der Schutzbau ist schützenswert

Heute steht der Schutzbau als Beispiel für die frühe fürstliche Denkmalpflege selbst unter Denkmalschutz, zusammen mit der Badruine. In den Jahren 1991 bis 1995 erfolgte die Sanierung des gut 190 Jahre alten, denkmalgeschützten Schutzbaues. Hinzu kamen transparente Metall-Laufstege, die die einzelnen Räume der Badruine für die Besucher besser zugänglich machten.

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