Antike BAdekultur nördlich der Alpen

Römische Badruine Hüfingen

Die Römer und ihre aufwändige Badekultur

Das Gebäude

Das Kastellbad muss schon kurz nach dem Militärlager errichtet worden sein. Etwa um 70 n. Chr. entstand die großzügige Badeanlage, die alles enthielt, was die römischen Soldaten erwarteten: einen Warm-, einen Lauwarm- und einen Kaltbaderaum sowie einen großen Heizraum.

Innenansicht eines der Bäder in der römischen Badruine Hüfingen mit Resten des Bodenbelags; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Achim Mende

Blick in die Bäder mit Teilen des Fußbodenbelags.

Respektable Grösse

Die Fläche der Anlage ist beeindruckend: Das Kastellbad nimmt etwa 570 Quadratmeter ein. Allein der Umkleide- und Ruheraum mit einem Abkühlbecken beansprucht fast 280 Quadratmeter. Die Archäologen können das Kastellbad dem „Blocktypus“ zuordnen. Das heißt, dass alle Räume kompakt aneinandergefügt wurden. In späteren Jahren wurde das Kastellbad noch um eine große Ruhehalle mit Wasserbecken, ein Heißluftbad und einen Nebenraum erweitert.

Innenansicht der Badruine; Foto: Foto: Staatsanzeiger für Baden-Württemberg, Anja Stangl

Das Bad wurde von einem Raum aus beheizt.

Raffinierte Heiztechnik

Im östlichen Teil des Gebäudes befand sich der Heizraum, das „Präfurnium“. Von hier aus wurde heißer Rauch durch Hohlräume unter den Baderäumen und in den Wänden geleitet. Diese raffinierte Warmluftheizung der Römer nennt man „Hypocaustum“. Sie war so gut durchdacht, dass die einzelnen Bereiche des Bades genau richtig temperiert waren, von lauwarm bis heiß. Der Heizraum ist im Kastellbad Hüfingen heute noch gut erkennbar.

Grundriss der römischen Badruine Hüfingen; Foto: Staatsanzeiger für Baden-Württemberg, Anja Stangl

Die Anlage ist nach einem festen Schema gebaut.

Festgelegtes Baderitual

Alle römischen Thermen sind gleich aufgebaut – das entsprach den Badegewohnheiten. Die Badegäste betraten zuerst das Apodyterium, den Umkleide- und Ruheraum. Hier gab es ein großes Wasserbecken in der Raummitte und viele Wandnischen für die Kleider der Besucher. Im lauwarmen Tepidarium reinigte man sich mit Salbölen und Schabern. Danach erst kamen die warmen Räume: das Caldarium, der wärmste Raum mit ca. 35 Grad, und in Hüfingen vielleicht sogar noch ein Schwitzbad, das Sudatorium.

Auch für Kinder interessant: die Zeit der Römer.

TIPP

Hüfingen bietet archäologische Führungen, Führungen für Schulklassen, Werkangebote und Workshops für alle Altersklassen. 

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Arbeit & Vergnügen

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